20. Mai 2017 Diskussion/Vortrag Die Stadt von morgen liegt auf der Straße

Ein Vortrag von Andrej Holm zu neoliberaler Stadtentwicklung und dem Recht auf Stadt

Information

Veranstaltungsort

Babylon Kino
Diele
Nürnberger Str. 3
90762 Fürth

Zeit

20.05.2017, 19:30 - 21:30 Uhr

Veranstalter

Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern/Kurt-Eisner-Verein

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, Staat / Demokratie

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Die Stadt von morgen liegt auf der Straße

Gentrification, die Inwertsetzung bisher preiswerter Wohnviertel hat sich zu einem ständigen Begleiter städtischer Veränderungen entwickelt. Weltweit lösen die damit einhergehenden Verdrängungsprozesse Protestmobilisierungen aus, in denen es oft um mehr geht, als um das Recht auf eine Wohnung. Im Vortrag werden aktuelle Tendenzen der Gentrification und die damit einhergehenden Konflikte in den Städten vorgestellt.

Aufwertungsprozesse finden auch in Fürth statt und es gibt zahlreiche Orte in der Stadt, die symbolisch für die wohnungs- und stadtpolitischen Missstände stehen. In der Folge steigen die Mieten und die Zahl von Strom- und Gassperrungen, Wohnungsräumungen und Obdachlosen nimmt zu. Die Stadt zieht sich gelichzeitig aus der Stadtentwicklung und dem sozialen Wohnungsbau zurück  und überlässt dies privatwirtschaftlichen AkteurInnen. Diese werden im Gegenzug großzügig mit kommunalen Geldern unterstützt (Ludwig-Erhard-Haus).

Recht-auf-Stadt-Bewegungen stehen für die Praxis der Aneignung und bieten eine Klammer zur Kooperation verschiedener stadtpolitischer AkteurInnen. Insbesondere in der Fähigkeit der neuen städtischen Bewegungen, aus den vielfältigen Fragmentierungen etwas Gemeinsames zu erschaffen, erlangen städtische Utopien und Perspektiven der Repolitisierung konkrete Gestalt. Die in den Protesten aufblitzenden Momente der Aneignung, der Selbstermächtigung und der Solidarität zeigen: Die Stadt von Morgen entsteht nicht auf Reißbrettern und in Lesesälen, sondern liegt auf der Straße.

Andrej Holm, lebt in Berlin und ist Soziologe mit den Schwerpunkten Stadt- und Wohnungspolitik. Er beschäftigt sich mit dem Thema Gentrification und den damit verbundenen Konflikten und Mobilisierungen. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Stadterneuerung, Wohnungspolitik und Zwangsräumungen. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin engagiert er sich seit über 25 Jahren in Stadtteilinitiativen und Mieterorganisationen und setzt sich aktiv für das Recht auf Wohnen ein. Im Dezember 2016 wurde er von der rot-rot-grünen Landesregierung in Berlin zum Staatssekretär für Wohnen berufen musste aber nach einer öffentlichen Kampagne zu seiner Biographie nach wenigen Wochen wieder zurücktreten.

Zu seinen wichtigen Monographien und Herausgeberschaften gehören «The Berlin Reader. A Compendium on Urban Change and Activism» (Transcript-Verlag 2013), «Reclaim Berlin. Soziale Kämpfe in der neoliberalen Stadt» (Assoziation A 2014) und «Mietenwahnsinn. Warum Wohnen immer teurer wird und wer davon profitiert» (Droemer Knaur 2014).

Eine Veranstaltung der Antifaschistischen Linken Fürth (ALF) und dem Fürther Sozialforum in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein/Rosa Luxemburg Stiftung Bayern.

Standort

Kontakt

Niklas Haupt

Regionalmitarbeiter Bayern (Fürth), Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern/Kurt-Eisner-Verein

Telefon: +49 (0)911 76689900